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«Nicht mit der Brechstange dahinter gehen»
Gemeindeparlament Olten GPK will die 1,25 Millionen für den Innenstadt-Baustein A aus dem Budget 2012 kippen
Artikel aus dem Oltner Tagblatt, 15.11.2011; von Ueli Wild
Wenn am Mittwochabend im Oltner
Gemeindeparlament das Budget
2012 aufs Tapet kommt, wird ein
Dauerthema diskutiert werden, das
formell gar nicht traktandiert ist: die
Innenstadtaufwertung. Konkret: Die
Geschäftsprüfungskommission (GPK)
will den Posten «Kirchgasse: Innenstadt» aus dem Investitionsbudget
streichen. Dabei geht es um 1,25 Mio.
Franken, die für den Baustein A des
Projekts «Strategie Innenstadt 2012»
benötigt werden. Ziel des Stadtrats
ist es, die Kirchgasse 2012–2013,
sprich: noch vor Eröffnung der ERO,
zu erneuern. Der Kredit erlaubt gemäss
Beilage zum Voranschlag 2012 «die Realisierung eines grösseren Perimeters
im Sinne eines zusammenhängenden
Bausteins», der die Kirchgasse
und eventuell auch die Mühlegasse
umfasst. Vorgesehen ist, das
Grobprojekt für den Baustein A im Rahmen einer separaten Vorlage für
das Budget 2012 vorzustellen. Der Investitionsbedarf
für die ganze Planperiode
beträgt 3 Mio. Franken, verteilt
auf die Jahre 2012–2014.
«Ein Zeichen setzen»
Nun will aber die Mehrheit der
GPK schon von Anfang an die Bremse
ziehen. Nach dem langjährigen Hin
und Her um die Innenstadt-Attraktivierung,
sagt GPK-Präsident Christian
Werner (SVP) auf Anfrage, dürfe man
jetzt «nicht mit der Brechstange dahinter
gehen». Erwünscht sei ein Vorgehen
in kleinen Schritten. Mit der
Streichung des Kredits wolle die
Kommission ein Zeichen setzen,
macht Werner klar. «Zugegebenermassen
ein eher deutliches Zeichen.»
Auch beantrage die GPK Ablehnung
des Kredits im Wissen darum, «dass
man nicht nichts machen kann».
Wie der GPK-Präsident weiter ausführt,
geht es der Kommissionsmehrheit
vor allem darum, «auf die Bedürfnisse
des Oltner Gewerbes einzugehen». Dieses hat in einem «offenen Brief» (vgl. OT vom 11. 11.) behauptet,
die Stadt habe in ihrer Öffentlichkeitsarbeit
zur Neuauflage der Innenstadtgestaltung «die Meinung von Gewerbe
Olten ignoriert». So sei in der
Medienmitteilung der Stadtkanzlei
(vgl. OT vom 26.10.) unterschlagen
worden, «dass sich das Gewerbe Olten
vehement und mit aller Deutlichkeit
gegen die ersatzlose Aufhebung
bestehender Parkplätze in der Innenstadt
gewehrt hat». Christian Werner
räumt denn auch ein, dass es der GPK
in erster Linie darum gehe, «zu verhindern,
dass es zu einer Streichung
dieser Parkplätze kommt.»
Knapper Entscheid wird erwartet
«Wichtig», unterstreicht Werner, «ist auch, dass die Diskussion überhaupt
geführt wird.» Dank dem GPK-Antrag
habe der Stadrat nun die Möglichkeit, «das Ganze so darzustellen,
wie es wirklich ist – und nicht wie es
in der Mitteilung der Stadtkanzlei
kommuniziert wurde». Was die Chancen
des Streichungsantrags betrifft,
geht Werner davon aus, dass es im
Gemeindeparlament zu einem knappen
Entscheid kommen wird. Auch
die Mehrheit in der Kommission sei «eine äusserst knappe Mehrheit» gewesen.
Die Diskussion über das Projekt
dürfe durchaus geführt werden, sagt
Stadtpräsident Ernst Zingg. Am Mittwoch
gehe es indessen ausschliesslich
um den Voranschlag und nicht
um die «Strategie Innenstadt 2012»
als solche. Der Stadtrat, konkret Baudirektor
Martin Wey, werde den
GPK-Antrag am Mittwoch bekämpfen.
Im Wissen darum, dass es die Absicht
der Kommission sei, ein Zeichen
zu setzen, zu sagen: «So nicht.»
Sollten die 1,25 Mio. Franken aus der
Investitionsrechnung gestrichen werden,
bleibe dies im Grunde ohne Folgen. «Dann hats dort einfach keine Zahl drin, aber wir werden nächstes
Jahr so oder so mit einem separaten
Bericht und Antrag kommen – wir
müssen ja etwas machen», stellt
Zingg klar. In der Investitionsrechnung,
die zum Teil auch aus Unbekannten
bestehe, werde bloss aufgezeigt,
in welcher Grössenordnung
der Bedarf ausfallen werde. |
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