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Artikel aus dem AUNS Klartext vom September 07

„Allgemeine Wehrpflicht aus der Sicht eines jungen Offiziers“

Von Christian Werner, Gemeinderat und Nationalratskandidat, Olten SO

Laut der kürzlich veröffentlichten ETH-Studie „Sicherheit 2007“ will fast jeder zweite Schweizer Stimmberechtigte die allgemeine Wehrpflicht abschaffen.
Dieses besorgniserregende Resultat ist kennzeichnend für den weit verbreiteten Egoismus in unserer Gesellschaft.
Ist die allgemeine Wehrpflicht veraltet und sinnlos geworden?

Seit Jahrzehnten wird vor allem von linken Kreisen in den Schulen und Medien die grenzenlose Selbstverwirklichung gepredigt. Kinder und Jugendliche werden darauf getrimmt, die möglichst weitgehende Realisierung der eigenen Sehnsüchte und Wünsche als oberstes Ziel zu definieren. Daraus resultiert, dass im Zentrum des Denkens das egoistische Individuum steht und junge Menschen nicht mehr bereit sind, eigene Ansprüche zugunsten eines Kollektivs zurückzustellen.
Diese Problematik hat längst auch in der Armee Einzug gehalten. Die Rekruten sind oftmals nicht mehr bereit, ihre individuellen Wünsche der Auftragserfüllung und dem Erfolg des ganzen Verbands unterzuordnen.
Daher scheint mir gerade in der heutigen Zeit des „vergötterten“ Individualismus die allgemeine Wehrpflicht immens wichtig zu sein. So stehen die Jungen eine gewisse Zeit lang im Dienste ihres Vaterlandes und dessen Bevölkerung. Sie lernen, das Wohlergehen der Gesellschaft in den Vordergrund zu stellen und werden auf die Bedürfnisse anderer sensibilisiert.

Weiter werden im Militär Disziplin, gegenseitige Achtung und Sozialkompetenz gefördert. Als Soldat kann man sich nicht wie im Zivilleben aussuchen, mit wem man seine Zeit verbringt. Dies zwingt einen dazu, sich mit den verschiedensten Persönlichkeiten auseinanderzusetzen und zu arrangieren. Diese Erfahrungen und die erworbene Sozialkompetenz sind für junge Menschen in der heutigen Zeit äusserst wertvoll.
Hinzu kommt, dass die körperliche Ertüchtigung viel zu einer besseren Fitness beiträgt, was mit Blick auf die zunehmende Problematik des Übergewichts nicht unbedeutend ist.

Meines Erachtens braucht es in der Schweiz ein Umdenken weg von der blossen Selbstverwirklichung. Wir brauchen eine Alternative zum linken Humanismus. Die bürgerlich-konservativen Kreise sind gefordert, alles daran zu setzen, dass uns die bewährte allgemeine Wehrpflicht – notabene der Grundgedanke der Miliz – auch in Zukunft erhalten bleibt.
Als Politiker und überzeugter Milizoffizier will ich etwas dazu beitragen. Daher kandidiere ich am 21. Oktober im Kanton Solothurn auf der Liste der Jungen SVP für den Nationalrat.

Christian Werner

 
   
   
   
   
   
   

 

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